St. Johannes Baptist

Wir sind St. Johannes Baptist

Wir sind eine Gemeinschaft. Nicht eng, eher offen. Wir leben davon, dass jede/r sich einbringt, sich einfach und konkret beteiligt. Mit Herz und Verstand, mit Ideen, Fragen, mit Zeit, auch ganz handfest.

Wir sind in Bewegung, freuen uns immer über neue Ideen und über Menschen, die sich einbringen wollen.

Gemeinsame Gottesdienste werden regelmäßig gefeiert und darüber hinaus gibt es zahlreiche gemeinsame Aktionen und Projekte. Einige davon sind z.B.: „Fatima-Rosenkranz beten“, „Kirchencafé“, Radwallfahrten … und vieles mehr!

Fatima-Madonnen-Statue

Fatima-Rosenkranz
Von Mai bis Oktober an jedem 13. des Monats lädt die Gemeinde ein, den Rosenkranz in Gemeinschaft an der Statue der Fatima-Madonna bei der Brinkkapelle zu beten.

Kirchencafé
In der Kirche begegnet sich die Gemeinde zur Feier des Gottesdienstes. Manche führen im Anschluss noch ein kurzes Gespräch mit Freunden oder Bekannten auf dem Kirchenvorplatz. Leider bleibt es dann dabei. Geselligkeit, reden, lachen und sich mit anderen Menschen über Gott und die Welt auszutauschen, ist aber für alle wichtig. Daher ist es in St. Johannes Baptist, in den Sommermonaten einmal monatlich im Anschluss an die Gottesdienste, Tradition geworden ein Beisammensein mit Kaffee, Tee und Wasser auf dem Kirchenvorplatz anzubieten. So nutzen wir die Gelegenheit uns besser kennen zu lernen, neue Kontakte zu knüpfen, noch einmal über die Predigt zu reden und vieles mehr.

Radfahrgruppe

Radwallfahrt
Seit unserem Pfarrjubiläum knüpfen wir einmal im Jahr an eine alte Tradition an und begeben uns mit dem Fahrrad auf den Weg. Wir fahren Wegekreuze an, um an traditionsreichen Orten zu beten. Dazu sind alle Generationen, speziell auch die Familien, Kinder und Jugendliche herzlich eingeladen. Nach einer Hl. Messe in unserer Pfarrkirche starten wir unsere Radwallfahrt, die an der Kirche wieder ihren Abschluss findet. Anschließsend lassen wir den Tag mit einem Grillfest ausklingen.

Kirchengeschichte

Jesus sagt: „Ich bin die Tür des Lebens. Wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden.“ Es geht nicht darum, ob eine Tür groß oder klein, prächtig oder armselig ist; es geht nur um eins: ob sie offen ist, unsere Tür zu den Menschen.

1279 wird erstmals eine kleine Kapelle genannt, die an der heutigen Römerstraße gestanden hat. In dieser Kapelle wurden Gottesdienste durch die Priester der Pfarrei Oerlinghausen gefeiert. Die alte Kapelle verfiel zusehens. So wurde in den Jahren 1610–1614 am heutigen Standort ein erstes kleines Kirchlein, durch Fürstbischof Theodor von Fürstenberg initiiert, errichtet. Seit 1614 ist Stukenbrock dann eine selbständige Pfarrei. Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg erweiterte in den Jahren 1683 bis 1686 diese Kirche und stiftete u.a den prächtigen Hochaltar. Im Jahr 1686 erfolgte die Einweihung der Pfarrkirche. Eine zweite und dritte Erweiterung folgte in den Jahren 1820 (Mittelschiff) und 1936–1939 (heutigen Chorraum und imposanten Glockenturm).

Kirchenbau

Zum 300-jährigen Kirchweihjubiläum 1986 wurde die Kirche renoviert bzw. restauriert. Deutliche Veränderungen erfuhr der Chorraum z.B. durch die Neugestaltung des Altars und des Ambos, gefertigt aus italienischem Naturstein Santa Fiora in der o.g. Werkstatt Hartmann. Der 1986 von Kardinal Degenhardt konsekrierte Altar enthält Reliquien der Märtyrer Hippolyt und Caesareus, des Hl. Nikolaus und der Hl. Ursula. Der Altar bildet den zentralen Ort, der gekennzeichnet ist mit dem Opferlamm und einer Siegesfahne. Am Ambo ist Jesus als Sämann dargestellt, der das Wort Gottes ausstreut. Die Fenster im Chorraum haben die sieben Sakramente zum Inhalt. Sie wurden 1986 in den Glasmalereiwerkstätten Peters, Paderborn, überholt und neu verbleit. Aus Gründen des Schutzes vor Straßenlärm und Schadstoffeinfluss sowie zur Energieersparnis wurde eine äußere Schutzverglasung angebracht.

In den Jahren 2011 und 2012 wurde die Kirche und der Turm umfassend renoviert. Im kleinen Turm über dem Haupteingang wurde eine weitere Glocke installiert. Die Altäre und Wände wurden gereinigt, restauriert und neu bemalt. Die Innenbeleuchtung wurde erneuert, die Glocken erhielten neue Aufhängungen und die 4 Ziffernblätter wurden erneuert. Die Kirche erhielt neue Pfannen und der Glockenturm neue Schieferschindeln. Das komplette Gebäude wurde neu gestrichen. Neben den Gottesdiensten ist die Kirche tagsüber vom Haupteingang geöffnet, aber mit einem Schutzgitter gesichert.

Rundgang

⟩ Panorama-Ansicht
⟩ Rundflug

Standort: Hauptstraße 3, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock (Stukenbrock)

Inschrift

Betreten Sie die Pfarrkirche durch das Hauptportal, dann entdecken Sie eine Inschrift und das Wappen des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg mit den einleitenden vier Buchstaben D.O.M.S („DEO OPTIMO MAXIMO SACRUM“; zu deutsch: „Gott, dem Besten und Größten geweiht!“).

Blick in den Altarraum Altar

Der erste Blick bei Betreten der Kirche fällt auf den Hochaltar im Barockstil. Er stammt aus dem Jahr 1683 und ist ein Geschenk des Fürstbischofs Ferdinand von Fürstenberg, dessen Wappen an herausragender Stelle angebracht ist. In dem Strahlenkranz des Hochaltars sind die drei Buchstaben IHS zu sehen. IHS, die ersten drei Buchstaben vom griechischen Wort Jesus, ein Christussymbol, im Volksmund: Jesus, Heiland, Seligmacher. Auf dem oberen Bild des Hochaltars ist die Strafpredigt des Johannes vor Herodes dargestellt. Das große Mosaik stellt die Enthauptung Johannes des Täufers dar.

Seiten-Altäre

Die beiden aufwendig gestalteten Seitenaltäre gehören zu den kunsthistorisch wertvollsten Stücken unserer Pfarrkirche. Beide sind dem Rokoko (1774) zuzurechnen und stammen von dem Paderborner Hofbildhauer Johann Jakob Pütt. Das Mosaik des Hochaltars, ursprünglich „nur“ ein Ölbild, soll um 1775 ebenfalls von ihm gefertigt worden sein. Der Marienaltar (links) stellt die Aufnahme Mariens in den Himmel dar. Wir entdecken an diesem Altar den Hl. Liborius, den Paderborner Diözesanpatron, Franz von Assisi, die Hl. Walburga, Äbtissin in Heidenheim, und den Apostel und Evangelisten Johannes. Über allem thront die Dreifaltigkeit, die im Strahlenkranz dargestellt ist. Am Annenaltar (rechts) finden wir die Mutter Anna mit ihrer Tochter Maria sowie den Hl. Joachim und den Hl. Josef.

Kanzel

Die Kanzel samt ihrem Schalldeckel gehörte bereits zur Ausstattung der ersten Kirche und ist datiert auf das Jahr 1666.

Der Taufstein aus der Zeit um 1680 ist mit einem neueren bronzenen Deckel des Bildhauers Hubert Hartmann aus Rheda-Wiedenbrück versehen worden. Er zeigt Petrus als Menschenfischer, der deutlich macht, was Menschen zum Leben brauchen. Wie Fische das Wasser brauchen, so wird den Menschen in der Taufe das geschenkt, was sie zum Leben brauchen.

Darstellung Schmerzhafte Mutter

Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges ist das älteste Kunstwerk unserer Kirche erhalten. Es handelt sich um eine Darstellung der Mater Dolorosa (der „Schmerzhaften Mutter“). Die Skulptur aus dem Jahre 1636 befindet sich im linken Teil des Querschiffes.

Orgel

Die Orgel ist die Königin unter den Instrumenten. Auf drei Manualen verfügt sie über 32 Register mit insgesamt 1792 Pfeifen. Das Instrument ist ursprünglich von der Fa. Anton Feith, Paderborn, erbaut worden. Die Orgelempore samt dem Orgelgehäuse entstand im Jahr 1696. Das Orgelgehäuse ist aus dem Jahr 1696. Die Größe der heutigen Orgelempore wurde beim Umbau in den Jahren 1936-39 u.a. aus den ehemaligen Kommunionbänken der Altarumrandung erstellt.

Brinkkapelle

Brinkkapelle Ansicht von hinten

Die Brinkkapelle wurde um das Jahr 1730 erbaut und ist dem Hl. Antonius von Padua geweiht, dem Helfer der Suchenden und Ratlosen. Nach Expertenmeinung ist das Gotteshaus auf einer alten Thingstätte, einem germanischen Volks- und Gerichtsversammlungsplatz, errichtet worden. Ein abgeschlagener Stein im vorderen Drittel der Kapelle, heute offen sichtbar, wird als sicherer Beweis dafür gesehen. Die Brinkkapelle war ursprünlich achteckig. Auf dem Dachboden ist die Bauform erhalten geblieben.

1963 hat man die damalige Bundesstraße (B 68) an dieser Stelle ca. 3 m erhöht, daher liegt die Kapelle heute tiefer als die Straße. Damals hatte sie vor dem Eingang drei Stufen.

Die Brinkkapelle hatte früher einen Tragaltar, in den eine Urkunde eingeschlossen war. Aus dieser Urkunde mit lateinischem Text geht hervor, dass die Kapelle am 10. September 1737 von Bischof Meinwerk eingeweiht wurde. Meinwerk Kaup war Benediktinermönch und Weihbischof in Paderborn von 1733-1745.

Brinkkapelle Ansicht von vorne

In früheren Zeiten diente die Brinkkapelle auch als Segensstation der „Großen Prozession“, die seit urdenklichen Zeiten immer am Sonntag nach dem Fronleichnamsfest in Stukenbrock stattfand. Es wird vermutet, dass es sich dabei um eine gelobte „Pest(Seuchen)prozession“ gehandelt haben könnte.

Im Jahre 1910 erbaute man die Brinkschule nebenan. In der Brinkkapelle fanden bis 1968 Schulgottesdienste und Religionsunterricht statt (1910-1968). Nachdem in der Brinkschule kein Schulunterricht mehr stattfand, und deshalb auch die Brinkkapelle nicht mehr benutzt wurde, war sie vom völligen Verfall bedroht. Die Glocke aus dem Turm, das Portal und verschiedene Altarbilder wurden gestohlen.

Inschrift

Der Verfall der Kapelle machte keinen guten Eindruck am Ortseingang von Stukenbrock. Die Kirchengemeinde - St. Johannes Baptist, die Schützenbruderschaft St. Johannes, der Heimat- und Verkehrsverein und die politische Gemeinde Schloß Holte-Stukenbrock gründeten im Jahre 1983 eine Aktionsgemeinschaft Brinkkapelle. Die Restaurierung konnte nun mit vereinten Kräften beginnen.

Heiligenfiguren Altarbild

Das Dach und der Turm mussten erneuert werden. Die Fußbodenplatten sind erhalten geblieben und wurden neu verlegt. Dabei wurde ein Findling sichtbar: „Der abgeschlagene Stein“. Er wurde angehoben, aber leider ein darunter vermuteteter Schatz nicht gefunden. Eine neue Glocke wurde von Ferdi Lakämper gegossen und gestiftet. Sie trägt die Inschrift: „1774 *Erneuerung 1983* *Aktionsgemeinschaft* *Schützenbruderschaft* *gestiftet Ferdi Lakämper*.

Die wiedergefundenen Altarbilder (um 1730) wurden von der Firma Ochsenfahrt restauriert und verschiedene Farbschichten entfernt. Dabei wurde die ursprüngliche seltene Federmalerei wieder sichtbar gemacht, die vermutlich von einem ortsansässigen Künstler stammte. Das mittlere Altarbild stellt die Kreuzigung Christi und Maria Magdalena dar. Im Bild darüber ist Jesus im Schweißtuch der Veronika dargestellt. Der Steinaltar wurde in Kreuzform neu gebaut.