Zukunft und Hoffnung in St. Anna / Nachlese

Stehend applaudierten die Besucher am Ende der Lesung von Stephan Wahl am Himmelfahrtstag in der St. Anna Kirche in Verl. „Das habe er während seiner Lesereise so noch nicht erlebt“, zeigte sich der Priester, Autor und Poet nach der Lesung dankbar und berührt zugleich.

Wojciech Wieczorek mit Geige und Stephan Wahl

Stephan Wahl las am Himmelfahrtsabend einige seiner modernen Psalmen, Gedichte und Meditationen. Seit acht Jahren lebt er in Ost-Jerusalem und lernte während dieser Zeit die Stadt in all ihren Facetten kennen – in ihrer Schönheit, aber auch in ihren Spannungen und in ihrer Zerbrechlichkeit. Die jüngsten Bombardierungen hätten auch bei ihm Spuren hinterlassen und erst langsam falle diese Spannung der letzten Wochen wieder von ihm ab, gab der Autor unumwunden zu.

Diese Erfahrungen prägen seine tiefgehenden und dichten Texte, die er an diesem Abend in Themenfeldern zusammenfasste, die die Überschriften „Krieg“, „Heiliges-Unheiliges Land“, „Menschenwürde“, „Glauben, Zweifel, Hoffnung“, „Dank – Segen“ trugen.

Die Atempausen zwischen den einzelnen Textgruppen füllte Wojciech Wieczorek gekonnt mit seinem Geigenspiel. Der von den Fachwerkkonzerten im Heimathaus und den Vier-Jahreszeiten-Konzerten in Verl bekannte Violinist nahm die Worte Stephan Wahls auf und übersetzte sie anschließend virtuos in Töne. Dabei spielte er unter anderem Stücke von Bach oder Kreissler, aber auch eigene Kompositionen und begeisterte mit seinen spontanen Improvisationen.

Am Ende waren alle Besucher eingeladen, Geld zugunsten der Rabbis for Human Rights zu spenden, eine Organisation, die sich in Israel für die Aussöhnung von Juden und Palästinensern einsetzt. Am Büchertisch der Buchhandlung Pegasus wurden die Bücher des Autors angeboten. Auch sämtliche Erlöse, die Stephan Wahl mit seinen Buchverkäufen erzielt, kommen dieser Organisation zugute. Die Lesung fand unter Trägerschaft der Stiftung Zukunft und Hoffnung der katholischen Kirche in Verl statt, die im Anschluss zu Getränk und Gespräch einlud.

Ein Abend, der viele berührt hat, der im positiven Sinne Spuren hinterlassen hat. Ein Abend, der Hoffnung macht – trotz allem – optimistisch nach vorne zu schauen.
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