Mut machen

Wir möchten in dieser Zeit zusammenstehen und Mut machen!

In mir

In mir ist es finster, aber bei dir ist das Licht.
Ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht.
Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe.
Ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden.
In mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist die Geduld.
Ich verstehe Deine Wege nicht, aber Du weißt den rechten Weg für mich.

Dietrich Bonhoeffer

Manchmal

Manchmal denkt man,
Gott müßte einem in all den Widerständen des Lebens
ein Zeichen geben, das einem hilft.
Aber dies ist eben das Zeichen:
daß er einen durchhalten und es wagen und es dulden läßt.

Jochen Klepper

Ein paar Worte zum Nachdenken

Wenn es dir gelingt Ängste zu überwinden,
unmöglich scheinende Dinge zu verändern;
wenn es dir gelingt Tränen zu trocknen,
wenn es dir gelingt Schuld zu verzeihen,
wenn es dir gelingt Dinge anzunehmen,
die du nicht ändern kannst,
das Lachen zu wecken,
die Freude an den kleinen Dingen
des Lebens zu erkennen,
dann hast du viel erreicht.
Wenn es dir gelingt
aus tiefem Vertrauen zu leben
und dein Vertrauen weiter zu geben,
dann bist du ein glücklicher Mensch.

Ernst Schlomm, Verl (* 1928, † 2017)

Der Diakon

Im Zirkus spaßt der tolle Clown,
am Altar steht oft der Diakon,
wer beide kann nicht unterscheiden,
der sollte Kirch und Zirkus meiden.

Vom Clown sieht man nur das Gesicht,
der Diakon glaubt, was er spricht,
und seine Freude öffnet Herzen,
der Clown überspielt nur deine Schmerzen.

Denn wahre Freude, die hält lange,
beim Clown wird schnell dir wieder bange,
die Frohe Botschaft, hilft dir weiter,
der Clown macht dich nur kurz auch heiter.

Doch hat der Clown auch Recht zu leben,
doch Frohe Botschaft kann dir geben,
ein festes gutes Fundament,
das Hilfe dir zum Leben nennt.

Drum hört auf euern Diakon,
auch wenn er freut sich wie ein Clown,
denn seine Predigt will dir sagen,
mit Gott kannst du dein Leben wagen.

Arthur Springfeld

Beobachtungen

Ich habe gerade in den Nachrichten gehört, dass man in den letzten Tagen vielfach die Beobachtung machen kann, dass in den Menschen die gute Seite zum Vorschein kommt.

„Die Sorge füreinander, Mitgefühl, Achtsamkeit und sich auf das besinnen, was wirklich wichtig sei ...“ heißt es wortwörtlich, „nehmen spürbar zu.“
Zum letzten Punkt mache ich jetzt gerade die Beobachtung, dass der Himmel strahlend blau und ohne Kondensstreifen ist, und es sind deutlich weniger Autos auf der Straße. Weiter heißt es in den Nachrichten, dass „das Europäische Erdbeobachtungssystem Kopernikus eine deutliche Luftverbesserung in Norditalien und Spanien beobachtet. Nur noch halb so viel Stickoxide wie ursprünglich werden gemessen“.

Josef Cord-to-Krax

Fastenzeit 2020 und Corona-Virus

In der Mitte der Fastenzeit hat ein kleines Virus unsere Welt aus der Bahn geworfen, lahm gelegt, wirkt in alle Bereiche, bestimmt unser Tun und Lassen. Ein kleines Virus hat uns eine wirkliche Fastenzeit verordnet. Wir werden auf vielerlei Weise fasten müssen: im Konsum, in der Freizeitgestaltung, im Reisen… Vor allem aber in sozialen Kontakten, die auf ein Minimum beschränkt sind. Jeder soll möglichst zu Hause bleiben.

Diese Fastenzeit ist eine Riesenherausforderung, aber auch eine Chance! Vielleicht bringt sie uns ins Nachdenken: In welcher Welt wollen wir leben? Was ist wirklich wichtig? Vielleicht lehrt sie uns, das Leben und den vertrauten Lebensstil neu zu schätzen und dafür dankbar zu sein. Vielleicht bringt sie uns neu zu dem Gott Jesu Christi, der in allem, was wir jetzt erleben, immer der Gott der Liebe bleibt – uns zugewandt.

Barbara Kynast

Helden gesucht!

Letzten Sonntag hätte ich nicht im Traum daran gedacht, was ich in der vergangenen Woche alles erlebt habe. Niemand kann ausblenden, dass ein Virus mit solchen möglichen schwerkrank machenden Wirkungen keine Angst erzeugt. Meine Gefühle sind mir jeden Tag schmerzlich und bitter, weil die Fallzahlen täglich steigen. Trotzdem jeden Tag gaben mir unzählige Menschen Auftrieb. Denn ganz ehrlich, ich bin Helden des Alltages begegnet. So durfte ich der Kassiererin im Lebensmittelladen begegnen, die mit stoischer Ruhe die Panikbeschimpfung einer Kundin ertrug. Da sind die Ärzte und Ärztinnen, die hoch professionell Ihre Patienten betreuen und Sicherheitsmaßnahmen in ihren Praxen durchsetzen. Sicher finden wir die größten Helden unserer Tage in unseren Krankenhäusern. Sie tun um unserer Gesundheit willen einen Dienst, der in diesen Coronatagen unbezahlbar geworden ist. Aber sie sind da. Gott sei Dank brauche ich keine medizinische Hilfe, möge es so bleiben. Da gibt es die junge Lehrerin, die auf die Kinder aufpasst und gleichzeitig für Ihren kranken Mann da sein muss. Besonders bewundert habe ich die ruhige Gelassenheit der trauernden Angehörigen, die mit mir draußen am Grab ihrer Liebsten stehen und keine Trauerfeier für ihre Angehörigen organisieren dürfen. Es gab keine Klage, nur stille mit Schmerzen durchtränkte Tränen. Auf die Lebenden muss mehr geachtet werden, als die auf die Toten. Diese Wahrheit bekommt in diesen Tagen eine herausfordernde Dichte. Denn die Heimgerufenen sind in Gottes Frieden, aber unser Leben muss täglich neu geschützt werden. Intensiv denke ich an die Menschen in unseren Seniorenzentren, die in strenger Isolation leben müssen und an die Altenpfleger und Altenpflegerinnen. Da gibt es die Menschen vom Lebensmittelkorb, die weiter an Hilfsbedürftige Ware austeilen, obwohl es immer ein Restrisiko gibt, wenn der Kontakt mit anderen hergestellt ist. Aber wie soll man satt werden, wenn man arm ist und jeder nur an sich denkt? Ich hätte nie gedacht, dass ich so vielen Heldinnen und Helden in diesen Tagen begegnet bin.

Wollen Sie auch ein Held werden. Bleiben Sie zu Haus, soweit das geht. Leben Sie die Liebe, bleiben Sie freundlich und bleiben Sie auf körperlicher Distanz. Mir tut es gut, so viel Liebe in der vergangenen Woche erlebt zu haben. Am Ende dieser harten Zeit stellen wir uns dann als Heldinnen und Helden auf das Siegertreppchen und rufen: Wir haben es geschafft. Dazu lade ich Sie dann ein. Gott gibt uns die Kraft dazu.

Wir schaffen das und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Karl-Josef Auris

Gebet der Frauengemeinschaft

Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können.
Berühre Du die Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen. Wir vertrauen Dir.

Danke
( Quelle: Johannes Hartl, Gebetshaus Augsburg)

Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie

Jesus, unser Gott und Heiland, in einer Zeit der Belastung und der Unsicherheit für die ganze Welt kommen wir zu Dir und bitten Dich:

  • für die Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert wurden und erkrankt sind;
  • für diejenigen, die verunsichert sind und Angst haben;
  • für alle, die im Gesundheitswesen tätig sind und sich mit großem Einsatz um die Kranken kümmern;
  • für die politisch Verantwortlichen in unserem Land und international, die Tag um Tag schwierige Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen müssen;
  • für diejenigen, die Verantwortung für Handel und Wirtschaft tragen;
  • für diejenigen, die um ihre berufliche und wirtschaftliche Existenz bangen;
  • für die Menschen, die Angst haben, nun vergessen zu werden;
  • für uns alle, die wir mit einer solchen Situation noch nie konfrontiert waren.

Herr, steh uns bei mit Deiner Macht, hilf uns, dass Verstand und Herz sich nicht voneinander trennen. Stärke unter uns den Geist des gegenseitigen Respekts, der Solidarität und der Sorge füreinander. Hilf, dass wir uns innerlich nicht voneinander entfernen.

Stärke in allen die Fantasie, um Wege zu finden, wie wir miteinander in Kontakt bleiben. Wenn auch unsere Möglichkeiten eingeschränkt sind, um uns in der konkreten Begegnung als betende Gemeinschaft zu erfahren, so stärke in uns die Gewissheit, dass wir im Gebet durch Dich miteinander verbunden sind.
Amen.

Gebet von Bischof Dr. Stephan Ackermann, Bistum Trier

Geistliches Wort

Wahrscheinlich gehören Sie auch zu denen, die in diesen Tagen laut „Scheiße“ geschrien haben. Ganz schön einschränkend und bedrohlich die Situation. Auch ich bin Mitte 70 mit einigen Vorschäden. Was noch kommt, auch für uns – weiß im Moment niemand. Menschliche Kontakte werden gegen Null reduziert, Gottesdienste finden nicht mehr statt und am Telefon kann man manches auch nicht austauschen. Unsere Großeltern sagten immer „Not lehrt beten“, da ist schon was dran. Aber beten löst zunächst nicht die Probleme und unser aller Gott wird den Coronavirus nicht verhindern, sonst hätte er oder sie auch die Kinder, nicht nur im Jemen vor dem Verhungern gerettet, oder die Menschen im Mittelmeer oder die explodierenden Familien in den Terrorgebieten.

Lasst uns doch eine Solidargemeinschaft werden

Aber, wenn wir beten – mit ihm sprechen, auf ihn hören – sagt er uns, wie wir uns verhalten müssen. „Liebt einander!“, „Seid verantwortungsvoll!“, Unterstützt Euch gegenseitig!“, „Nehmt Rücksicht!“, das ist seine Botschaft, die Jesus uns hinterlassen hat. Das ist die Lösung, die die jetzige Situation entschärfen kann. Hören und Befolgen von dem, was die Fachleute uns jetzt raten. Dazu gehört auch, Hilfe durch Andere anzunehmen, den Nachbarn, oder die alleinstehenden Senioren mal anrufen und vielleicht auch gemeinsam „Sch …..“ sagen. Natürlich werden wir manches Drama nicht verhindern können. Aber durch unser Tun, durch unser Vorbild, können wir noch Schlimmeres verhindern. Lasst uns Alten doch eine Solidargemeinschaft werden, die zusammenhalten – auch im Aushalten. Lasst uns gemeinsam Kraft und Motivation schöpfen aus dem aneinander Denken und im Gebet.

Machen Sie mit?

Gerne möchte ich mich mit Ihnen treffen, jeden Tag um 19.30 Uhr, in einem gemeinsamen Gebet, dem „Vater Unser“, oder auch „Allahu akkbar“, oder auch „Schma Jisrael“, und jedes andere Gebet geht natürlich auch. Wir sollten es „CORgebet“ nennen, denn Cor bedeutet Herz. Machen Sie mit? Wir „hören uns“ - heute fangen wir noch an.

Bleiben Sie gesund. Unser Gott, Euer Gott, möge uns alle schützen.
Ihr Arthur Springfeld (Diakon in Verl)